Aus dem Büro des Pastors

Gebet. Das Geheimnis des toten Blickwinkels ist entzaubert.


Es ist Samstag. 9 Uhr morgens. Das 24 Stunden- Gebet läuft schon seit 15 Stunden. Ohne Unterbrechung. Von Herz zu Herz. Von Sehnsucht zu Sehnsucht. Von Heiligkeit zu Heiligkeit. Das erfordert Kraft, Willen, Inspiration und Selbstverantwortung.
Während ich gebetet habe, öffnete sich in meinem Inneren etwas, was ich vorher noch nicht erlebt habe. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich habe die Welt, Menschen und mich selbst aus einer neuen Perspektive erlebt. Ich habe alles aus dem Gebet heraus wie neu gesehen. Als hätte mir jemand eine neue Brille aufgesetzt, durch die ich die die Welt in einem neuen Licht sehen konnte. Als hätte mich jemand in eine Glaskugel gesetzt, durch deren Glaswand ich neue Farben, neue Gestalten, neue Emotionen und neue Inspiration fürs Leben erlebt habe. Ich habe die Welt voller Heiligkeit in Bezug zu Gott gesehen. Alle Gegenstände, Menschen, die Natur, die Weltereignisse haben ihre Bedeutung und Wichtigkeit in ihrem Verhältnis zu Gott, dem Schöpfer, dem Erlöser, dem Friedensstifter und dem Erneurer aller Dinge, Jesus Christus bekommen. Alles schien einen Sinn, ein Ziel, einen Wert von Gott her zu haben. Ich habe die alles verwandelnde Wirkung des Gebets erkannt. Das Geheimnis des toten Winkels wurde damit entzaubert!


Ich habe erkannt, was die Verheißung der Bibel „Betet ohne Unterlass“ bedeutet. Das bedeutet für mich so viel wie - „Nimm Dir Zeit, Dich restlos und ganz vor Gott zu bringen. Verweile in dieser Ausrichtung auf Gott: 20 Minuten, 1 Stunde, 6 Stunden ... immer“.
Ich habe erkannt, warum Jesus Christus während seines irdischen Lebens die ausgiebigen Zeiten des Gebets mit seinem Vater suchte. Die Nähe zum himmlischen Vater war für ihn diese heilige „Glaswand“, durch die Jesus unsere finstere Welt voller leuchtender Farben und Lebensfrische gesehen hat. Darum hat er sich der Rettung dieser Welt so leidenschaftlich hingegeben.


So ist auch seine Gemeinde. Seit Pfingsten, als Gott die Menschheit durch den Heiligen Geist neu und lebensspendend besucht hat, sind alle Christen von Gott dazu aufgefordert, die Welt durchs Gebet hindurch zu sehen. Im Beten vor Gott sehen wir die Welt aus der Perspektive der Erlösung. Das gibt uns Hoffnung. Diese Hoffnung auf die lebendige Zukunft, auf die die Welt sehnsüchtig wartet, soll ihre Gestalt in uns nehmen. Diese Hoffnung nahm Gestalt in den Jüngern am Pfingsttag. Als sie zusammen beteten, fiel der Geist Christi, der Geist der Hoffnung und Erneuerung, auf sie und die Jünger wurden auf der Stelle wie verwandelt. Alle Anwesenden spürten, dass die Jünger plötzlich anders als sie waren - leicht, entspannt, fröhlich und mit einer neuen Lebensenergie, wie von gutem Wein beseelt.


Ich wünsche Euch ein frohes Pfingstfest.

Euer Pastor Alexander Stavnichuk

Der Glaube – der Vorbote des Frühlings


Die Winterzeit ist in Russland sehr lang. Anfang März liegt die Natur noch im tiefen Winterschlaf. Dazu eine Begebenheit aus einer meiner Reisen nach St.Petersburg. Eines Tages, Anfang März, schneite es wieder. Alles, Straßen, geparkte Autos, Bäume lag wieder unter einer weißen Decke. Diese weiße, eiskalte Idylle, wurde optisch durch ein Wort gestört, das jemand auf dem Bürgersteig aus dem Schnee freigeschaufelt hat: „Frühling".
Die Sehnsucht nach Wärme und Aufwachen der Natur hat jemanden so stark getrieben, dass er den Aufbruch von Frühling mitten in der noch herrschenden eisigen Kälte angekündigt hat. Derjenige, der dieses Wort in den Schnee geschrieben hat, lebte schon im Frühling. Seine Augen sahen nicht die verschneiten Straßen, sondern blickten in den Kalender, auf dem „1. März" stand. Diese Person glaubte fest an eine Tatsache, deshalb lebte sie im Vorgeschmack des Frühlings.


Wenn der Apostel Petrus schreibt, „wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt" (2 Ptr 3, 13), dann bringt er damit genau die gleiche Haltung wie die Person, die das Wort „Frühling" geschrieben hat, zum Ausdruck. Wir Christen erleben die Wirklichkeit aus dem Glauben, dass alles Sichtbare nicht endgültig ist. Das Schönste wartet auf uns. Das ist die Auferstehung. Diesen Weg hat der Retter Jesus Christus gebahnt. Durch sein Leben, seinen Tod und Auferstehung hat er den alten Lauf der Dinge außer Kraft gesetzt. Der Tod hat im Leben des Menschen nicht das letzte Wort, sondern die Macht Gottes, die durch den Glauben an Jesus Christus wirkt. Wer Christus nachfolgt, hat die endgültige Macht des Todes überwunden. Diese Tatsache wirkt stärker als die Winterzeit unserer Endlichkeit. Das innere Gesetz des Glaubens an Jesus Christus ermutigt uns:

„Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt." (Röm 8,11.).

Ich wünsche Euch allen eine große Hoffnung auf das Schönste, das noch kommt.
Euer Pastor

Mit Werten das Jahr 2017 gestalten


Ein gesegnetes Neues Jahr wünsche ich Euch, liebe Freunde, herzlich im Auftrag der Gemeindeleitung!  Viel  Erfolg  und  ein  erfülltes  Leben Euch allen im Neuen Jahr!

Was das Jahr 2016 brachte ist Geschichte. Wer an Christus glaubt, packt Dinge wieder neu an und  schaut  hoffnungsvoll  nach  vorne.  Hin  zu Ihm. Hin zu dem, was von Ihm kommen mag. Hin zum Hauptereignis unseres Lebens - zur Begegnung mit dem wiederkommenden Christus.


Kommen.Leben. Berufen. Senden - diese Werte helfen uns als Gemeinde, in der Spur dieser „Hin-Bewegung“  zu  bleiben.  Diese  vier  Werte
sind wie ein brennendes Feuer im Ofen, um dessen wohltuende Wärme sich die ganze Familie sammelt. Sie sind wie ein Leuchtturm, den man
von allen Himmelsrichtungen, in jeder Wetterlage und aus allen Lebensbereichen unserer Gemeinde sieht. Sie sind eine Landkarte, auf der jeder von uns seinen Platz in unserer Gemeinde fi nden kann. Sie sind eine Inspirations- und Sinnquelle, aus der wir für unser Leben Wertvolles  schöpfen  können.  Diese  vier  Werte  beschreiben den Auftrag unserer Gemeinde in Zeit und Raum.

Kommen

bedeutet  offene  Türe  und  ein  attraktives, einladendes  Gemeindeleben,  damit  die Menschen unserer Region zu uns kommen wollen. Als Gemeinde befi nden wir uns an der Stelle Christi, Menschen im Namen Gottes in unserer Gemeinde herzlich und liebevoll zu empfangen.

Leben

bedeutet Leben miteinander teilen. Füreinander da sein. Als Christen durch dick und dünn zusammen zu gehen. Anderen Menschen  helfen,  mit  dem  Leben  zurecht  zu kommen.

Berufen

bedeutet, dass sich jeder von uns auf einer Reise zur Entdeckung seiner Lebensmission von Gott befi ndet. Als Gemeinde wollen wir uns gegenseitig anspornen, unsere eigenen Berufungen von Gott zu entdecken, uns darin zu vertiefen und zu qualifizieren. Hier ist das geistliche Wachstum gemeint.  

Senden

bedeutet, dass Gott jeden Christen ausgesandt hat, das Leben aus der eigenen Berufung heraus zu gestalten. Wir als Gemeinde  sind  in  der  Welt  nicht  wegen  unseres Gemeindeprogramms da. Christus hat uns gesandt, für ihn in der Welt zu sein - da, wo wir leben und arbeiten, unsere Freizeit gestalten und studieren.

Ich wünsche uns allen, dass wir unser Gemeindeleben  mit  diesen  vier  Werten  bewusst  und  engagiert  gestalten.  Lass  uns dabei für einander Ermutiger sein: je nach unserer  Hingabe  Christus  gegenüber,  wird Er unsere Region durch uns segnen.

Euer Pastor