Entspannt aus dem Urlaub zurück und so traurig?


Wem geht es noch so wie mir? „Es war mal wieder ein traumhafter Urlaub und es war einfach alles super.“ Und dann kommst du wieder nach Hause und hast Fernweh. Du möchtest wieder zurück.

Der Urlaub hat vieles mit der Religion gemeinsam. Wir sagen oft über unsere Urlaubszeit: „Es war paradiesisch!“  Niemand  wird  auf  die  Idee  kommen seinen beruflichen Alltag paradiesisch zu bezeichnen. Auch den Feierabend nicht. Doch den Urlaub. Was wir im Urlaub zutiefst spüren ist nicht die Erholung vom Stress. Es ist eher die Selbstwahrnehmung: „Ich gehöre mir“. Es ist das Gefühl von Freiheit, Sorglosigkeit und Zwanglosigkeit. Wir sagen, es  war  paradiesisch  und  verbinden  damit  unsere Vorstellung vom höchsten Glück.

Es ist nicht nur eine theoretische Vorstellung vom Glück. Ein Urlaub ist deshalb paradiesisch, weil wir eine Wirkung spüren. Was paradiesisch ist, inspiriert und baut uns wieder auf, heilt unsere Emotionen, therapiert  unseren  Körper.  Einfach  paradiesisch. Wenn wir diese wohltuende Wirkung von einem irdischen Paradies in uns spüren, dann können wir Gottes  Idee  vom  Leben  besser  nachvollziehen. Der Glaube an Gott als Schöpfer und Erlöser des Lebens kanns uns helfen, das Leben in vollen Zügen zu genießen, mit dem Fernweh nach dem vergangenen Urlaub umzugehen und auf das Größere hoffnungsvoll und freudig hinzuleben: Auf das Leben in einer realen Welt des Heils, das von Christus Jesus verheißen wurde.

 

Ein herzliches Willkommen aus dem Urlaub zurück,

Euer Pastor Alexander Stavnichuk

Pfingsten: Gott begegnet der Welt aufs Neue


„Ich werde euch nicht alleine lassen“ – sagte Jesus nachdem er gesehen hat, wie die Ankündigung seines Todes die Jünger irritiert hat. Dies war das Versprechen der Nähe. Es klang für die Jünger Christi unrealistisch. Unrealistisch, weil sie sich keine andere Gegenwart ihres Lehrers vorstellen konnten. Nun will Jesus sie verlassen und gleichzeitig bei ihnen sein. „Wie kann das möglich sein?“ – dachten seine Jünger.


Doch Jesus blickte viel weiter als seine Jünger es sehen konnten. Er bereitete sie auf die Zeit nach seinem Tod vor. Er stellte seine Jünger auf das absolut Neue ein, was die Jünger bis dahin noch nicht erfahren hatten, nämlich auf die Beziehung mit dem Heiligen Geist. Jesus sah den Tag voraus, an dem Gott seinen Heiligen Geist ausgießen wird.
Jesus wusste, dass die Welt nach dieser Ausgießung anders sein würde als vorher. Geschichtlich liegt dieser Tag schon hinter uns. Doch nicht die Erfahrung der Begegnung mit Gott. Ab dem Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes erfüllt der Schöpfergeist Gottes unsere Welt unterunterbrochen mit Hoffnung und Heil. Wir Menschen müssen nicht uns selbst überlassen und autonom leben. Gott, der Schöpfer, spendet uns durch den Heiligen Geist seine lebendige, einladende und rettende Nähe genauso wie die Jünger Jesu sie in der Person Jesus Christus gespürt und erlebt haben. Sie ist aber im Heiligen Geist Gottes anders. Die Begegnung mit der Gegenwart Gottes ist ab Pfingsten nicht mehr auf die Krippe von Betlehem, das Haus von Zachäus oder auf die Stadt Jerusalem limitiert.


„Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch“. Apostelgeschichte 2, 17
In der ganzen Welt ist die einladende Gegenwart Gottes zum Heil aller Menschen erfahrbar. Jeder Mensch darf die rettende Wirkung des Geistes Gottes durch die Aufrufung des Namens Jesu Christi erfahren. Das Pfingstgeschehen ermutigt uns zur tagtäglichen Begegnung mit Gott. Überall, wo wir uns befinden, sind wir nicht alleine. Der Geist Gottes, der Geist Christi, der Heilige Geist leitet, stärkt und ermutigt uns auf unserem Lebensweg.

Frohes Pfingstfest wünsche ich uns allen.
Pastor Alexander Stavnichuk

Wo das Leben zuhause ist

„Wir denken immer zuerst ans Leben und dann erst an den Raum ...“ – so lautet ein Auszug aus dem bekannten Werbespot von Ikea „Wo das Leben zuhause ist“. Ikea hat das begriffen: zuerst Leben, dann Raum. Was wir selber leben und von welchen Lebensidealen wir träumen, findet seinen Ausdruck in einem Raum, in dem wir leben. Wir gestalten uns einen Wohnraum je nach unserem Gefühl fürs Leben. Die einen fühlen sich in einer kleinen kuscheligen Wohnung wohl, die anderen fühlen sich in einem riesigen Palst wohl. Welche Lebensräume, Mobiliar und Einrichtung wir zuhause haben zeugt, abgesehen von unseren finanziellen Möglichkeiten, von unseren Vorstellungen über das Leben: und zwar über das Licht, die Farben, die Weite, die Größe, Geschmack, die Stimmung, die Gemütlichkeit und schließlich vom Anspruch auf das gute Leben.
Fast zwei Tausend Jahre vor diesem Werbespot schrieb der Apostel Paulus, ergriffen von der Botschaft der Auferstehung, fast den gleichen Gedanken, nur in Bezug auf die Zusammenkunft der Christen:

Wir aber sind der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott sprach (3. Mose 26,11-12; Hesekiel 37,27): »Ich will unter ihnen wohnen und wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.« 2 Kor 6, 16.

Die Idee ist mehr als anschaulich. Wenn Christen zusammenkommen, bringen sie ihre Leidenschaften nach Gott und ihre Beziehungen mit dem lebendigen Gott zusammen. Daraus bildet sich ein Raum, wo der lebendige Gott, also die Quelle des Lebens, zuhause ist. Jedoch geht es dabei nicht um den Nebeneffekt des Zusammendrängens der Menschen pro Quadratmeter.
In dem Maße und der Intensität, in denen Christen miteinander eine Begegnung mit Gott suchen, ereignet sich die Gemeinde als Oase des Lebens. In dem Maße, in dem Christen die Atmosphäre der neuen Schöpfung Christi und der Hoffnung auf die Auferstehung zum Ausdruck bringen, machen sie sich, wenn sie von sich behaupten „Jesus lebt!“, in den Augen der anderen Menschen glaubhaft.

Die Botschaft Jesu Christi ist die frohe Botschaft von der Wiedergeburt des Menschen zum neuen Leben und vom Triumph des Lebens über den Tod. Wie viel Lebensinspiration steckt in dieser frohen Botschaft! Wie animierend klingt diese gute Botschaft für dein und mein persönliches Leben! Wie viele Ideen sprudeln für uns aus dieser Botschaft, um als Gemeinde das Haus des lebendigen Gottes zu leben! Welche unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten kann die Botschaft vom Leben einen neuen erfrischenden Sinn in den christlichen Glauben hauchen! Wie kann dann eine Gemeinde Christi, begeistert vom neuen Leben, ihren Atem verbreiten und ihren Ort der Zusammenkunft so gestalten, dass die anderen Menschen merken und spüren, hier ist eine Gemeinde, in der das Leben zuhause ist?

In Liebe zum Leben der neuen Schöpfung
Euer Pastor